Die Geschichte der Hexenprozesse an der Grenze von Nysa - Jeseník

1Die Anfänge des Glaubens an den Teufel und seinen Verbündeten – Hexer und Hexen – kann man schon im Altertum beobachten. Jedoch die größte Verfolgungswelle von Personen, die für die Hexerei verurteilt wurden, besonders Frauen, beginnt im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit. Die Verteidiger des Glaubens an die Dämonen und Hexen waren berühmte Personen, wie der Gründer der Scholastik hl. Thomas von Aquin, König Jakob I oder der Gründer des Protestantismus Martin Luther und Johannes Calvin.

Ein Dokument, das in die Zeit der Hexenverfolgung eingeschrieben wurde, war die Bulle des Papstes Innocent VIII „Summis desiderantes" aus dem Jahr 1484, die ein Anlass zum Schreiben eines von vielen Büchern in der Neuzeit „Hexenhammer" (Malleus maleficarum).

Das Buch wurde zuerst im Jahr 1478 veröffentlicht, von dominikanischen Autoren und Inquisitoren Jakob Sprenger und Heinrich Krämer. „Der Hammer" wurde schnell zu einem Grundbuch beim Verhören und bei der Jagd von potenziellen Hexen. Es ist verständlich, das zur Zeit des Glaubens an den Teufel und seine Verbündeten selten jemand gegen die Hexenjagd protestieren konnte. Zu den bekanntesten Gegner der Hexenverfolgung kann man einen niederländischen Arzt Johannes Weyer, einen englischen Adeligen Reginal Scot oder einen tschechischen Gründer der Neupädagogik J. A. Komenski, dazuzählen.

Die Scheiterhaufen mit den verdächtigen Dienern des Teufels haben im XVII Jahrhundert vor allem auf den deutschen, schottischen, französischen Ländern gebrannt, wobei sie in Spanien, Italien, oder Niederlanden aufgehört haben. Am wenigsten von der Hexenverfolgung betroffen waren nördliche Länder wie Dänemark und Norwegen und in einiger Maßen Schweden, aber auch Osteuropa (protestantisch) und der Balkan, der damals von den Türken besetzt war.

Auch in Schlesien, bis zum Ausbruch des dreißigjährigen Krieges, gab es selten einen Fall von der Hexenverfolgung. Zwischen 1456-1503 gab es ein einige Prozesse in der Gegend von Breslau.

Im ersten literarisch beschriebenen Fall der Hexenverfolgung gab es zwei Frauen, die wahrscheinlich Gefühle von zwei Männern mit Hilfe der schwarzen Magie hervorrufen wollten. Sie wurden nach einem Prozess ins Oder geschmissen. Ein Jahr später wurde eine Frau aus einer Stadt verjagt, bei der Gegenstände gefunden wurden, die der Magie dienen sollten. Im Jahr 1458 wurde ein Dieb auf einem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er vor Gericht aussagte, ihm habe eine Frau aus Opava Kräuter gegeben, mit deren magischer Kraft die Kathedralschlösse geöffnet werden konnten. Während dieser Zeit kommt in Breslau eine Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen selten vor. Den ersten Prozess in Neiße findet man in der polnischen Literatur schon in der zweiten Hälfte des XIII Jahrhunderts, also zwei Jahrhunderte früher, als in der Hauptstadt von Schlesien. Die Angeklagte sollte damals eine Schwester von einen der dort lebenden hiesigen Mönchen, die andere Mönche bei Ihr zuhause verführte. Man weiß nicht genau, wie es war, da in den Schriften des Bischofs findet man „Sie war alt, bucklig und ganz hässlich". Doch der damalige Fürst von Schlesien Heinrich Probus hat befohlen, sie auf dem Scheiterhaufen hinter den Stadtmauern zu verbrennen. Das wäre aber ein Fall, vielleicht auch ein Einzelfall, sogar im Ausmaß von ganz Schlesien und vor allem des entstehendes Fürstentums in Neiße. Zusätzlich, im Hinblick auf spätere Ereignisse, kann man behaupten, dass der Prozess als Einzelfall betrachtet werden kann, da nirgends die Zauberei erwähnt wird, umso mehr entstand der Amt des Inquisitors in Neiße erst im Jahr 1341.

Die echte Hexenverfolgung erfolgte im XVII Jahrhundert und hat einen großen Ausmaß bekommen. Dieses Ereignis kann man den Grausamkeiten des dreißigjährigen Krieges zuschreiben, sowie allen Tragödien, die indirekt mit den Kriegstätigkeiten im Fürstentum Neiße verbunden waren, wie zum Beispiel zahlreiche Epidemien oder die Hungersnot. Aus diesem Grund scheint es klar zu sein, warum die Prozesse hauptsächlich nur den südlichen Teil des Fürstentums betroffen haben (heute an den Grenzen von der Tschechischen Republik). Gebirgs-, oder sogar Berggegenden waren viel schwächer wirtschaftlich Entwickelt und daher ärmer. Der Goldbergbau, dank dem sich hiesige Städte entwickelten, war nicht mehr rentabel und der Ackerbau war aufgrund von dem Gebirgsklima nicht möglich. Das alles war für die Atmosphäre des gegenseitigen Misstrauens und der Verleumdung günstig. Die Hexenverfolgung auf dem Gebiet des bischöflichen Fürstentums in diesem Zeitraum kann man in 3 Stufen gliedern: 1 – Jahr 1622, 2 – die Jahre 164 bis 1648, 3- das Jahr 1651 und weiter bis zu 1684.

Das Jahr 1622 – das erste Opfer war die Frau eines Hirten aus Jasenik, Barbara Schmied, die im Sommer 1622 von ihrem Mann, der schon beim Sterben war, als Hexe hingewiesen war. Die Frau wurde sofort verhaftet und verhört. Die gefolterte Frau Schmied sollte in Details beschrieben haben, wie sie die Kühe verhexte, Brände verursachte und ihrem Mann ein vergiftetes Käse gab. Aus diesem Grund hat man eine Gerichtssitzung einberufen, an dessen Spitze der ein bischöflicher Anwalt, Johann Grosser, saß und die Stadtrichter: Kasper Schmitz und Melchior Wilden. Die gequälte angeklagte hat andere fünf Frauen beschuldigt, die den Teufel dienen sollten.

Unter denen waren die Frau des Ratsmitglieds aus Jesenik, Ursula Heger, und die dortige Krämerin Ewa Brasler. Auf die Brutalität der damaligen Verhöre weis das Beispiel der Marta Watzel, die man am 21 August im Gefängnis mit einem gebrochenen Genick fand. Die erste Frau die der Zauberei beschuldigt wurde, Barbara Schmied, wurde auf dem Scheiterhaufen am 3 Juli 1622 in Neiße verbrannt, und andere Verdächtigte Hexen am Ende August in Jesenik. Ab diesem Zeitpunkt erfolgten alle Urteile beim Gericht in Neiße, wobei die Urteile im Heimatsort der Angeklagten durchgeführt wurden. Auf der Basis von Protokollen wissen wir, dass in dieser ersten Phase der Prozesse 35 Personen verhört wurden.

Die Jahre 1634-1648 – zweite Welle der schrecklichen Verbrechen kam im Jahr 1636 und war vor allem in Gebieten von Zlatahory und Neiße dominierend. Wir kennen den direkten Auslöser des Impulses, der die Prozesse erneuert hat, nicht, wobei wir den Provokateur der neuen Inquisitionswele kennen. Es war der bischöfliche Staatsanwalt Martin Lorenz aus Neiße. Im Jahr 1634 eine von den Personen, die zum Scheiterhaufen verurteilt wurden, war eine Frau mit dem Nachnamen Singel aus Zlaty Hor. Die weitere Folge der Tragödie fand im Jahr 1651 statt, wo im selben Ort ihre 18 jährige Tochter wegen Hexerei verurteilt wurde. Sie wurde nur aus diesem Grund verurteilt, das nachdem die Mutter zum Zeitpunkt der Entbindung den Kontakt mit dem Teufel hatte, hatte das Kind es auch. Später ist die Verfolgung so gewachsen, dass im September 1936 die Regierung in Neiße eine Erlaubnis für die Herstellung von besonderen Öfen erteilte, die für „gerecht verurteilte Anhänger des Teufels, Hexen und bösen Geistern" zuständig waren.

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