Die Geschichte der Hexenprozesse an der Grenze von Nysa - Jeseník

1Die Anfänge des Glaubens an den Teufel und seinen Verbündeten – Hexer und Hexen – kann man schon im Altertum beobachten. Jedoch die größte Verfolgungswelle von Personen, die für die Hexerei verurteilt wurden, besonders Frauen, beginnt im Mittelalter und am Anfang der Neuzeit. Die Verteidiger des Glaubens an die Dämonen und Hexen waren berühmte Personen, wie der Gründer der Scholastik hl. Thomas von Aquin, König Jakob I oder der Gründer des Protestantismus Martin Luther und Johannes Calvin.

Ein Dokument, das in die Zeit der Hexenverfolgung eingeschrieben wurde, war die Bulle des Papstes Innocent VIII „Summis desiderantes" aus dem Jahr 1484, die ein Anlass zum Schreiben eines von vielen Büchern in der Neuzeit „Hexenhammer" (Malleus maleficarum).

Das Buch wurde zuerst im Jahr 1478 veröffentlicht, von dominikanischen Autoren und Inquisitoren Jakob Sprenger und Heinrich Krämer. „Der Hammer" wurde schnell zu einem Grundbuch beim Verhören und bei der Jagd von potenziellen Hexen. Es ist verständlich, das zur Zeit des Glaubens an den Teufel und seine Verbündeten selten jemand gegen die Hexenjagd protestieren konnte. Zu den bekanntesten Gegner der Hexenverfolgung kann man einen niederländischen Arzt Johannes Weyer, einen englischen Adeligen Reginal Scot oder einen tschechischen Gründer der Neupädagogik J. A. Komenski, dazuzählen.

Die Scheiterhaufen mit den verdächtigen Dienern des Teufels haben im XVII Jahrhundert vor allem auf den deutschen, schottischen, französischen Ländern gebrannt, wobei sie in Spanien, Italien, oder Niederlanden aufgehört haben. Am wenigsten von der Hexenverfolgung betroffen waren nördliche Länder wie Dänemark und Norwegen und in einiger Maßen Schweden, aber auch Osteuropa (protestantisch) und der Balkan, der damals von den Türken besetzt war.

Auch in Schlesien, bis zum Ausbruch des dreißigjährigen Krieges, gab es selten einen Fall von der Hexenverfolgung. Zwischen 1456-1503 gab es ein einige Prozesse in der Gegend von Breslau.

Im ersten literarisch beschriebenen Fall der Hexenverfolgung gab es zwei Frauen, die wahrscheinlich Gefühle von zwei Männern mit Hilfe der schwarzen Magie hervorrufen wollten. Sie wurden nach einem Prozess ins Oder geschmissen. Ein Jahr später wurde eine Frau aus einer Stadt verjagt, bei der Gegenstände gefunden wurden, die der Magie dienen sollten. Im Jahr 1458 wurde ein Dieb auf einem Scheiterhaufen verbrannt, nachdem er vor Gericht aussagte, ihm habe eine Frau aus Opava Kräuter gegeben, mit deren magischer Kraft die Kathedralschlösse geöffnet werden konnten. Während dieser Zeit kommt in Breslau eine Hinrichtung auf dem Scheiterhaufen selten vor. Den ersten Prozess in Neiße findet man in der polnischen Literatur schon in der zweiten Hälfte des XIII Jahrhunderts, also zwei Jahrhunderte früher, als in der Hauptstadt von Schlesien. Die Angeklagte sollte damals eine Schwester von einen der dort lebenden hiesigen Mönchen, die andere Mönche bei Ihr zuhause verführte. Man weiß nicht genau, wie es war, da in den Schriften des Bischofs findet man „Sie war alt, bucklig und ganz hässlich". Doch der damalige Fürst von Schlesien Heinrich Probus hat befohlen, sie auf dem Scheiterhaufen hinter den Stadtmauern zu verbrennen. Das wäre aber ein Fall, vielleicht auch ein Einzelfall, sogar im Ausmaß von ganz Schlesien und vor allem des entstehendes Fürstentums in Neiße. Zusätzlich, im Hinblick auf spätere Ereignisse, kann man behaupten, dass der Prozess als Einzelfall betrachtet werden kann, da nirgends die Zauberei erwähnt wird, umso mehr entstand der Amt des Inquisitors in Neiße erst im Jahr 1341.

Die echte Hexenverfolgung erfolgte im XVII Jahrhundert und hat einen großen Ausmaß bekommen. Dieses Ereignis kann man den Grausamkeiten des dreißigjährigen Krieges zuschreiben, sowie allen Tragödien, die indirekt mit den Kriegstätigkeiten im Fürstentum Neiße verbunden waren, wie zum Beispiel zahlreiche Epidemien oder die Hungersnot. Aus diesem Grund scheint es klar zu sein, warum die Prozesse hauptsächlich nur den südlichen Teil des Fürstentums betroffen haben (heute an den Grenzen von der Tschechischen Republik). Gebirgs-, oder sogar Berggegenden waren viel schwächer wirtschaftlich Entwickelt und daher ärmer. Der Goldbergbau, dank dem sich hiesige Städte entwickelten, war nicht mehr rentabel und der Ackerbau war aufgrund von dem Gebirgsklima nicht möglich. Das alles war für die Atmosphäre des gegenseitigen Misstrauens und der Verleumdung günstig. Die Hexenverfolgung auf dem Gebiet des bischöflichen Fürstentums in diesem Zeitraum kann man in 3 Stufen gliedern: 1 – Jahr 1622, 2 – die Jahre 164 bis 1648, 3- das Jahr 1651 und weiter bis zu 1684.

Das Jahr 1622 – das erste Opfer war die Frau eines Hirten aus Jasenik, Barbara Schmied, die im Sommer 1622 von ihrem Mann, der schon beim Sterben war, als Hexe hingewiesen war. Die Frau wurde sofort verhaftet und verhört. Die gefolterte Frau Schmied sollte in Details beschrieben haben, wie sie die Kühe verhexte, Brände verursachte und ihrem Mann ein vergiftetes Käse gab. Aus diesem Grund hat man eine Gerichtssitzung einberufen, an dessen Spitze der ein bischöflicher Anwalt, Johann Grosser, saß und die Stadtrichter: Kasper Schmitz und Melchior Wilden. Die gequälte angeklagte hat andere fünf Frauen beschuldigt, die den Teufel dienen sollten.

Unter denen waren die Frau des Ratsmitglieds aus Jesenik, Ursula Heger, und die dortige Krämerin Ewa Brasler. Auf die Brutalität der damaligen Verhöre weis das Beispiel der Marta Watzel, die man am 21 August im Gefängnis mit einem gebrochenen Genick fand. Die erste Frau die der Zauberei beschuldigt wurde, Barbara Schmied, wurde auf dem Scheiterhaufen am 3 Juli 1622 in Neiße verbrannt, und andere Verdächtigte Hexen am Ende August in Jesenik. Ab diesem Zeitpunkt erfolgten alle Urteile beim Gericht in Neiße, wobei die Urteile im Heimatsort der Angeklagten durchgeführt wurden. Auf der Basis von Protokollen wissen wir, dass in dieser ersten Phase der Prozesse 35 Personen verhört wurden.

Die Jahre 1634-1648 – zweite Welle der schrecklichen Verbrechen kam im Jahr 1636 und war vor allem in Gebieten von Zlatahory und Neiße dominierend. Wir kennen den direkten Auslöser des Impulses, der die Prozesse erneuert hat, nicht, wobei wir den Provokateur der neuen Inquisitionswele kennen. Es war der bischöfliche Staatsanwalt Martin Lorenz aus Neiße. Im Jahr 1634 eine von den Personen, die zum Scheiterhaufen verurteilt wurden, war eine Frau mit dem Nachnamen Singel aus Zlaty Hor. Die weitere Folge der Tragödie fand im Jahr 1651 statt, wo im selben Ort ihre 18 jährige Tochter wegen Hexerei verurteilt wurde. Sie wurde nur aus diesem Grund verurteilt, das nachdem die Mutter zum Zeitpunkt der Entbindung den Kontakt mit dem Teufel hatte, hatte das Kind es auch. Später ist die Verfolgung so gewachsen, dass im September 1936 die Regierung in Neiße eine Erlaubnis für die Herstellung von besonderen Öfen erteilte, die für „gerecht verurteilte Anhänger des Teufels, Hexen und bösen Geistern" zuständig waren.


2Anders wiederum hat die Prozesse der damalige Bischof aus Breslau, Karol Ferdynand Waza, betrachtet, der beschließ eine Kommission einzuberufen, die erteilte Urteile untersuchen sollte, da die Prozesse für den Gerichtsausschuss zu einem gewinnbringendem Unternehmen wurden. Es kommt aus der Tatsache, dass der Vorstand in Neiße aus Exekution von 11 Personen aus Zlaty Hor 425 Talaren gewann. Laut der original behaltenen Rechnung aus Zlaty Hor hat man die Summe wie folgt verteilt: Der Bürgermeister – 9 Talaren 6 Groschen, der Rat von Neiße 9 Talaren und 6 Groschen, der Rat in Zlaty Hor – 18 Talaren und 12 Groschen, die Richter – 18 Talaren 12 Groschen, der städtische Schriftsteller – 9 Talaren 6 Groschen, der Stadtdiener – 9 Talaren 6 Groschen. Den Rest sollte der Bischof bekommen. Was interessant war, auf der spezifischen Aufstellung gab es keinen Henker, mit dem man erst ein Jahr später einen Vertrag unterschrieben hat. Laut dem Vertrag, sollte er für jede hingerichtete Person 6 Talaren bekommen, eine wöchentliche Verpflegung und zwei Scheffel Hafer. Sein Knecht wiederrum bekam 2 Talaren und einen Ledersack mit Wein.

Höchstwahrscheinlich werden wir nie herausfinden, wie viele Opfer hat die zweite Prozesswelle in Jahren 1634-1648 wirklich gekostet. Protokolle mit allgemeinen Informationen nennen 26 Opfer, was höchstwahrscheinlich nur ein geringer Teil ist, da nur 1641, in vier in Neiße durgeführten Prozessen 16 „Hexen" starben.

Eine bessere Sicht in diese Gewalthaft und Grauenhaft liefern erhaltene Dokumente aus dem Gerichtsverfahren. Die Jahre 1651 – 1684 waren die schlimmste Zeit für Hexenverfolgung im Fürstentum Neiße. Im Zemsky-Archivum in Opawa blieben viele interessante Dokumente über die dritte Periode der Hexenverfolgung erhalten, das sind 21 Gerichtsurteile, wobei 15 original sind und 6 sind Abschriften.

Am Anfang gab es erneut eine grundlose Anklage, jetzt durch einen Jungen aus Sirokeho Brodu nebem Mikulovice, dass er angeblich an Hexensabbat mit einer dortigen Hexe teilgenommen hat. Höchstwahrscheinlich ist das erste Urteil dieser Art in Neiße am 23.05.1651 gegen eine zwanzigjährige Ursula Schnurzel aus Sirokeho Brod gefallen. Im Gerichtsentschied lesen wir folgendes: „Sie sündigte schwer gegen die Gottesgebote, sie wandte sich von Gott, seiner Mutter und allen lieben Heiligen ab, und die Seele und das Leib gab sie dem höllischen Hitzkopf Roland, mit dem sie oft physischen Kontakt hatte, das ehrwürdige Heiligtum entehrte und vielen Leute mit Hexerei schaden zufügte..." Das Urteil wurde in Jesenik durchgeführt und obwohl sein Datum nicht dokumentiert war, wurden Exekutionen gewöhnlich nach drei Tagen durchgeführt. Das Schicksal von Schnurzlow haben schnell fünf weitere Frauen geteilt, die in Jesenik am 19. Juni verbrannt wurden. Zwei von ihnen kamen auch aus Sirokeho Brod, eine aus Jesenik und die Herkunft der weiteren zwei ist nicht bekannt.

Das Interessante an dem Urteilsspruch ist, dass es in diesem Fall keinen Beispiel über mögliche Schadenszufügungen an Personen oder Besitz gibt, sondern es wird nur der religiöse Charakter der Tat beschrieben, ohne dessen Genauigkeit. Die Prozesse sind sehr schnell bis zu der Größe gewachsen, dass es wieder zu Gruppenexekutionen kam. Am 19 Juli wurden sieben weitere Frauen verbrannt (drei aus Jasenik, zwei aus Mikulovic und je eine aus Lipova und Adolfovic).
10 Tage danach, eigentlich aus denselben Ortschaften, wurden acht weitere zum Tode verurteilt. In Summe wurden allein in Juli 20 Personen verbrannt. In Juli in zwei Verfahren hat man 13 Personen verurteilt. Am schlimmster wurde jedoch September, wo nach vier Prozessen 32 Personen das Leben verloren haben. Während den Verfahren in September finden wir das erste Mal in einem Auftrag, dass 24 Personen zuerst enthauptet wurden und erst danach hat man ihre Leichen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Grund dafür soll eine ehrliche Reue für die Sünden sein. Am 12 September in Jesenik wurden währen einer Exekution 9 Personen lebend verbrannt. Das war die größte, aber auch die letzte Hinrichtung dieser Art, zumindest hier. Ab jetzt hat man Scheiterhaufen nur für Einzelfälle verwendet, die durch die Gnade, vor der Verbrennung enthauptet wurden. Obwohl die Urteile in Jesenik durchgeführt wurden, alle Gerichtsentschiede fielen in Neiße.

In diesem Zeitraum lernen wir erstmals den Namen des späteren Inquisitors in Velkolosin und Sumpersk, Heinrich Franz Bobliga aus Edelsadt (Zlaty Hor). Er war nicht nur ein Mitglied des Tribunals, sondern auch ein tüchtiger und aktiver Schüler des Inquisitors aus Neiße, Ferdinand Zacher. Seine meiste blutige Karrierestufe hatte er aber nicht im Fürstentum Neiße, sondern auf der anderen Seite von Jasenik, bei dem Fürst Zerotina. erreicht, erst dann, nachdem die Prozesse in Fürstentum Neiße eigentlich abgeschlossen wurden. In der Zeit der intensivsten Hexenjagd ist wieder, wie früher, der Bischof Karl Ferdinand Waza eingeschritten, der in seinem Brief den Graf Jerzy z Hodic über „zu genaue und gefährliche Führung von Prozessen" gewarnt hat, „es scheint uns ... als wäre einer oder mehreren Personen zu viel zugestoßen sein, als ob sie über ängstlich und müde wären". Leider ist dem Bischof mit seiner Rüge nichts gelungen und die Verfahren wurden unverändert weiter geführt. Während den Todesurteilen ab November 1651 bis Februar 1652 finden wir einige Fälle, die sich von den anderen unterschieden haben. Es geht um die Urteile über Kinder, was vor Jahren in der Fachliteratur beschrieben wurde. Wie spätere Untersuchungen bewiesen haben, sprechen die Gerichtsentscheidungen mit der dazugehörigen Aufstellung bei der Sequenz, wie zum Beispiel das Urteil aus 13.12.1651, wo wir lesen können: „Barbara Kronasser aus Velkich Kunetic zwei Jahre, Ursula Jones aus Piesecny eineinhalb Jahre usw., zum Glück nicht über das Alter der verurteilten Personen, sondern über den Zeitraum, wo die Person dem Teufel „gedient" haben sollte. Eine Erklärung dazu können wir in den Bemühungen der Inquisitoren finden, wo sie dem Bischof zu beweisen versuchten, dass die Ausdauer bei den Verfahren gegen mehrjährige Verbündete von Teufel unerlässlich ist. Aus diesem Grund auch während des Besuches von Bischof in Jesenik im Jahr 1651 haben Inquisitoren beschlossen, dass zwar alle Bewohner von der Stadt Katholiken sind, aber die Hälfte von ihnen höchstwahrscheinlich eine verbotene Lehre treibt. In der damaligen Zeit hat man in den europäischen Zeitungen Schlesien als ein Land, das von Hexen und bösen Geistern voll ist, beschrieben. In Zlate Hory alleine hatten angeblich acht Henker „die Hände voller Arbeit mit der Enthauptung und dem Verbrennen, wobei nur 6-8 Stücke von Ramsch der Hexen auf einmal in den Ofen gegeben werden konnte". Erst wenn in Neiße während dem Verhör gefolterte Frauen einen Namen des bischöflichen Beichtvaters sagten, viele Menschen haben herausgefunden, was Folter mit sich bringen. Direkt nach dem Ereignis hat der Kaiser einen Befehl erteilt die Hexenverfolgung zu verbieten.

Die meisten Informationen über das tragische Jahr bietet die Literatur eines Pfarrers aus Neiße, Johannes Felix Padewitz, der sie im Jahr 1698 in der „Geschichte der Kirche von heiligen Jakob" beschrieben hat. Beim Verfahren von 42 Frauen aus Neiße erwähnt er auch den besonderen Ofen, der bei dem Galgen errichtet wurde. Obwohl wir über keine weitere Details über das Aussehen verfügen und keine Überreste besitzen, weswegen man an der Aufgabe des Ofens zweifeln kann, ist er doch heute als ein drastisches Symbol der Hexenverfolgung im Gebiet des Fürstentums. Man muss jedoch hinzufügen, dass ein halbes Jahrhundert nach dem tragischen Jahr 1651 hat sich der Priester Padewitz in seiner Arbeit öffentlich und entschieden geäußert, dass die größte Sünde der Zwang einer Aussage durch Folter sei.

3Die letztbekannten Hinrichtungen auf dem Scheiterhaufen aus der Gegend des Fürstentums in Neiße kommen aus den Jahren 1683-1684. Am 25.11.1683 ist das Urteil gegen Kasper Gottwald gefallen und am 19.02.1684 gegen Anna Stenzel und ihre Tochter Rozyna. Alle drei kommen aus Domasov. Das erste Verfahren war über eine Person, die angeblich an Hexensabbaten teilnahm, die höchstwahrscheinlich bei Petrove Kamene stattfanden, in der Gegend von größten Gipfel in Jesenik – Pradzida. Dieser Ort wird aber während des Verfahrens nicht angegeben, jedoch nahm man an, dass alle Hexen aus Schlesien und Moraw sich dort einsammelten. Man hat jedoch verzeichnet, dass Gottwald über ein Wissen verfügte, wie man ein Vermögen mit den Gedanken töten konnte und angeblich hat er das auf einer Kuh durchgeführt. Darüber hinaus hat er sich mit seinem Blut in ein besonderes Buch der „Schwarzen Magie" eingetragen, wo nur die nächsten Partner und Partnerinnen des Teufels standen.

Im anderen Protokoll findet man eine Aufzeichnung, dass Rozyna Stenzel bei einem dreimaligen Verhör „freiwillig" zugab zusammen mit ihrer Mutter „sich verführt dem schrecklichen Verbrechen der schwarzen Magie gewidmet hat, auf den Heugabel durch den Kamin flog und zu den teuflischen Treffen auf der Weide ankam, wo sie laut der Hexentradition tanzte". Bei der Besichtigung von heute noch in Museum in Jesenik gebliebenen Folterwerkzeugen, ist es nicht schwierig den Absurd dieser Protokolle zu verstehen, und das Wort „freiwillig" ist nicht die reine Wahrheit.

Der letzte Prozess in Schlesien fand im Jahr 1740 statt, in Scinawa an Oder. Noch im Jahr 1775 versuchten die Bewohner von Neiße und der Umgebung eine neue Welle von Hexenverfolgung auszulösen, aber diese Probe wurde später als ein normales Denunziantentum und eine Verleumdung bemerkt.

Es ist schwierig eindeutig festzustellen, aber das Ende der Hexenverfolgung kann man einem von Fürsten aus Neiße zuschreiben, dem Bischof Franz Ludwig Neuburg. Nachdem er schon seit seiner Kindheit für einen theologischen Stand ausgebildet wurde, hatte er eine ganz sorgfältige Bildung, sowohl in der intellektuellen, als auch in der religiös-moralischen Hinsicht. Der Bischof begann eben im Jahr 1684 in dem bischöflichen Fürstentum zu regieren. Seit dem Anfang führte er viele Reformen durch, die den ärmsten Gesellschaftsschichten helfen sollten, die noch ein halbes Jahrhundert nach dem Ende des dreißigjährigen Krieges litten. Den größten Wert legte er auf die Gesundheitsversorgung. Eine wichtige Rolle bei seinen Anfängen in dem Fürstentum in Neiße, spielte die Hebamme. Sie wurde nicht nur bei der Entbindung eines Kindes gerufen, sondern auch wenn man einen Rat bei den Beschwerden brauchte. Die Entscheidung fiel meistens auf Personen die sich mit Kräuterheilung beschäftigten, sprich diese, die noch vor kurzer Zeit auf einem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Oft waren es Heilkundige, was manchmal die Wachsamkeit und Sorge von den kirchlichen Inspektoren auslöste, wobei während der Zeit des Bischos Neuburgs keiner wagte diese Personen der Hexerei zu beschuldigen.

Zum Schluss noch eine sehr wichtige Zusammenfassung der Gesamtzahl von allen Opfer der Hexenverfolgung. Genaue Informationen werden wahrscheinlich nie mehr festgestellt, aber auf der Basis von der wortgetreusten Beurteilung der Prozesse in Fürstentum Neiße und vor allem in seinem südlichen Teil, zwischen den Jahren 1622-1684, forderte die Hexenverfolgung mindestens 250 Personen. Die reale Zahl wird aber viel größer sein. Nur in den ausgewählten Städten in der Gebirgsgegend von Fürstentum Neiße hat man 200 Personen gezählt: In Zlate Hory – 85, in Jesenik – 102, in Gluchaloze – 22 (davon 2 Männer). Interessant ist, dass in Glucholazy, im Unterschied zu den restlichen Ortschaften, die Angeklagten nicht auf dem Scheiterhaufen verbrannt, sondern auf einem Gebirge hinter der Stadt aufgehängt wurden. Die Überreste des Gallens sollten die Soldaten von Napoleon im Jahr 1807 verbrannt haben. Dennoch wird das Gebirge heute offiziell Szubienicze Gory (Gallengebirge) genannt und mit den Prozessen ist auch der Name eines in der Gegend gelegenen Felsabhanges, Czarcia Ambona (Teufelsvorsprung), verbunden. Auf Szubienicza Gora wurde auch die Asche von den Opfern vergraben. Die Opfer wurden in dem Keller des ehemaligen Rathauses, das in der südlichen Marktseite errichtet wurde, verhört. Dort wurde der sogenannte „Hexenthron" (Ein Stuhl voll mit Nägeln) eingeführt und die Foltern haben nicht länger als 8 Tage gedauert. Zu Richtern gehörten der Kommissar Schönwitz und Pascal Nase, die für den 12-tägigen Aufenthalt in Glucholazy 90 Talaren bekamen. Als Henker war Georg Hillebrand tätig, der auch Meister Jerzy genannt wurde und der 138 Talaren und viele Fässchen Wein für seine Dienste bekam. Die Gesamtkosten von den Verfahren betragen 748 Mark und die Summe, die durch die Beschlagnahme des Vermögens von Opfern gewonnen wurde, betrug 622 Mark.

Zu den tragischen Ereignissen der Hexenverfolgung des XVII Jahrhunderts werden außer Szubienicza Gora in Glucholaska auch andere Namen gezählt, wie z. B. Das Hexengrab zwischen Szyndzielowa Kopa und der Zamkowa Gora in den Opawsko-Bergen, Certovy kameny, sprich der Teufelsstein auf dem Jesenik, Certovy kazatelny (Teufelsvorsprung) neben Javornik, oder der Hexen-Berg, der Vorkriegsname des Gebirges im Nordwesten von Neiße, gleich bei der Bahnlinie nach Brzeg.

Paweł Szymkowicz

Verwendete Literatur:

1. Brachtl Z., Čarodějnické procesy na Jesenícku v 17.století, w: „Vlastivědné zajímavosti", Šumperk 1987
2. Korcz W., Wspólniczki diabła czyli o procesach czarownic na Ślasku w XVII wieku, Katowice 1985
3. Šindelář B., Hon na čarodějnice: západní a střední Evropa v 16.-17. století, Praha 1986
4. Šindelář B., Příspěvek k dějinám slezských procesů s čarodějnicemi se zvláštním zřetelem k procesům
frývaldovským v letech 1651-1684, w: Slezsky Sbornik nr. 44 rok 1946
5. Przybyszewski L., Czary i czarownice, Wrocław 1999
6. Wrzesiński Sz., Wspólniczki szatana. Czarownice na ziemiach polskich, Warszawa 2008
7. Zuber R., Jesenicko v období feudalismu do roku 1848, Ostrava 1966

Besucher

470849
Heute
Gestern
Diese Woche
Letzte Woche
Dieser Monat
Letzter Monat
Alle Tage
20
351
2317
466025
5943
8199
470849
Anschrift IP: 34.204.173.36
 
Copyright © Hexenroute im polnisch-tschechischen Grenzgebiet
designed by sm32 STUDIO